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Zwei Welten

Auch ich habe in Deutschland gelegentlich zur Runner's World gegriffen, und es dann meistens immer recht schnell wieder bereut. Wenige lesenswerte Artikel fanden sich zwischen allerlei Allgemeinplätzen und Produkthinweisen, für den ambitionierteren Läufer (der nach deutscher RW-Definiton schon bei vergleichsweise bescheidenen Grenzen beginnt) hat diese Lifestyle-Gazette recht wenig zu bieten, wenn man mal von der Milke'schen Artikelserie im letzten Jahr absieht. Dieser Tage habe ich nun das US-amerikanische Original der Runner's World in die Hand bekommen, und da war ich wirklich baff. Welten liegen zwischen den beiden Varianten, und das Mutterblatt ist nun wirklich eine Publikation, die ich als sehr lesenswert erachte. In der aktuellen Ausgabe wird zudem gerade der 40. Geburtstag des Heftes gefeiert, abgebildet ist auch die Titelseite der ersten Nummer, die damals noch "Distance Running News" hieß. Genau so würde wohl eine Laufzeitschrift aussehen, die Folker Lorenz als Art-Director hätte... Viel Wert wird im Heft auf die Masterszene gelegt, aber auch die nationale Spitze ist Gegenstand der Berichterstattung. Zum Jubiläum gibt es als Zusatz noch jede Menge Weisheiten von den Koryphäen der Lauf- und Trainingsszene. Mein aktueller Favorit stammt von Amby Burfoot, dem Sieger des Boston-Marathons von 1968 und langjährigen Runner's World Herausgeber:

Down but not out - "Don't expect to be in top shape at all times. Everybody has down periods, either deliberate or
otherwise. You can always get back in shape".

Das Auslandsabo der US-Runner's World wird derzeit für 50 $ angeboten. Ich werde da nicht lange zögern.

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Schafsgeduld ist hilfreich

Mein Kontrastprogramm zur unglaublichen Größe und Hektik der Megalopolis Mexiko-Stadt ist ein nettes Buch mit Schafen in der Hauptrolle. "Glennkill" von Leonie Swann bevölkert seit einiger Zeit die Bestsellerlisten, und das hat auch seinen Grund. Natürlich ist der literarische Anspruch eher bescheiden, und auch die Story gelegentlich etwas zäh. Aber die liebenswerte Schreibe und der ungewohnte Blickwinkel aus Schafssicht helfen dabei, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen und auch mal das eine oder andere gelassen zu sehen. Sehr wichtig in Mexiko! Ich sehe den Roman als nette Unterhaltung, ein prima Entspannungsprogramm.
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